VDH 2011 zum Bulldog

(Vorbemerkung: Fotos sind von der 1. ZTP des VDH am 27.11.2011 in Dortmund)

Juli 2011

Am 29.07.2011 fand im Haus des VDH in Dortmund ein Treffen zwischen Prof.Dr. Peter Friedrich, Präsident des VDH, Bernhard Meyer, Hauptgeschäftsführer des VDH, und Christoph Jung statt. Hauptthema dieser Besprechung war die Lage der Zucht und die notwendigen Maßnahmen zur Gesundung des Bulldogs.

Es bestand Einvernehmen, dass es dringend zu einer Wende in der Zucht der Englischen Bulldogge kommen muss.

Es bestand Einvernehmen, dass unter bestimmten Bedingungen eine Gesundung des Bulldogs ermöglicht werden kann.

Zu solchen Bedingungen zählt die Etablierung eines Gesundzuchtprogramms. Hierzu zählen auch die Einführung und Durchsetzung von DNA-Tests zur Identifizierung der Hunde wie zur Identifizierung bestimmter Gen-Defekte, die Erhebung von Daten unter anderem zu Atmung, Luftröhre, Herz, HD sowie ein Fitnesstest. Solche Befunde sollen zu einer wesentlichen Grundlage für die Zuchtzulassung werden. Der neue Standard der FCI soll zudem mit einem Kommentar versehen werden, der es Züchtern, Funktionären wie Richtern erleichtert, die Hunde zu bewerten. Das gesamte Richten der Hunde soll eine grundlegende Umorientierung erfahren. Ferner sollen Nachzuchtbeurteilungen zu einem Kriterium der Bewertung werden. Es werden geeignete Maßnahmen festzulegen sein, mittelfristig die gesamte Reproduktion wieder flächendeckend in natürliche Vollzüge zu bringen (Paarung, Geburt, Aufzucht). Bei allen Maßnahmen muss die Gesundheit und das Wohl der Hunde im Mittelpunkt stehen.

Natürlich können solche Anforderungen nicht vollumfänglich von heute auf morgen in die Tat umgesetzt werden. Die genannten Maßnahmen sollen in Zusammenarbeit und gestützt auf erfahrene Bulldog-Züchter konkret ausgearbeitet und Schritt für Schritt umgesetzt werden. Über die Maßnahmen und die Ergebnisse soll Offenheit hergestellt und regelmäßig öffentlich berichtet werden. Weitere Schritte sind angedacht und bedürfen noch der Ausarbeitung.

Friedrich und Meyer zeigten sich fest entschlossen, eine solche Wende herbeizuführen und aktiv zu begleiten. Sie wird als Chance für einen Neubeginn und einen neuen Aufschwung der Zucht des Bulldogs und des Vereinslebens um den Bulldog unter dem Dach des VDH gesehen. Christoph Jung wurde gebeten, den VDH bei der Ausarbeitung und Umsetzung eines solchen Programms aktiv zu unterstützen, was dieser zusagte. Hauptakteure einer solchen Wende sind natürlich die Züchter, denen hierzu verbesserte und zuverlässige Rahmenbedingungen für ihre verantwortungsvolle wie anspruchsvolle Aufgabe, eine sachorientierte, konstruktive Arbeitskultur, Schulungen, Erfahrungsaustausch und professionelles Marketing geboten werden sollen. Die Zucht eines mental und körperlich gesunden wie typvollen Bulldogs als idealer Begleiter in der heutigen Zeit soll einen neuen Aufschwung mit internationaler Ausstrahlung erfahren.

Der Vorstand des VDH wird sich zeitnah mit dem Thema befassen und entsprechende Beschlüsse fassen.
Der Bulldog hat noch ein Chance.
Sollten die so hoffnungsvollen Ausführungen auch tatsächlich zu konkreten und vor allem, nachhaltigen Handlungen des VDH führen und damit den Rahmen für die Wende in der Zucht setzen können, so wäre das die Rettung des Bulldogs!

August 2011
- Mitteilung des VDH vom 10.08.2011

Oktober 2011
- Endlich: Richter, die keine Gegner des neuen Standards waren (und sind), sollen die Bulldogs am 14./15. Oktober 2011 in Dortmund richten. 81 Bulldogs sind gemeldet.

- Am 07.10.2011 wurde ein Arbeitspapier mit Eckpunkten für eine Gesundung der Bulldog-Zucht vom VDH vorgelegt. Noch in diesem Jahr soll der praktische Start der Zucht auf Basis der neues neuen Regelwerkes und der gesundheitsorientierten Qualitätsstandards sein. Die in diesem Regelwerk vorgesehenen gesundheitlichen Anforderungen für eine Zuchtzulassung würden den Bulldog tatsächlich auf eine neue, gesunde Basis stellen. Problematisch erscheinen die Vorstellungen zum Thema HD, die die Zuchtbasis des Bulldogs ad hoc viel zu weitgehend einschränken würde und zudem die reale Bedeutung für die Lebensqualität der Hunde überschätzt. Der VDH hat die Züchter und Experten zur Abgabe ihrer Einschätzung aufgerufen. Es sieht danach aus, dass der VDH die beim o.a. Treffen vom 29.07.11 vereinbarten Schritte in wesentlichen Punkten real umsetzen wird. Mehr dazu demnächst.

November 2011
- Zuchtzulassungsveranstaltung für Englisch Bulldogs am 27. November 2011 Außengelände des Kongresszentrums Westfalenhallen Dortmund.

Erfolgreiche 1. Zuchtzulassungsveranstaltung des VDH für Englische Bulldogs

Es sollte der erste praktische Schritt für eine Wende in der Zucht des Bulldogs sein. Dieser Schritt ist gelungen, wenn auch mit Einschränkung. 15 Bulldogs wurden zur ZTP am 27.11.11. in Dortmund vorgestellt. Diese war vom VDH hervorragend organisiert und - noch viel wichtiger - alles andere als eine Pseudo-Prüfung. Fitnesstest, Wesenstest, gesundheitliche und phänotypische Bewertungen zählten zum Programm. Beim Belastungstest zeigten die vorgestellten Bulldogs durchweg beste Ergebnisse. Es waren eher die Halter denn die Hunde, die außer Atem waren. Ein großer Teil der Führungsspitze des VDH wie Meyer, Eichelberg, Wiblishauser und zahlreiche Helfer waren Vorort. VDH-Präsident Prof. Friedrich persönlich begleitete einige Hunde durch die gesamte Prüfung (siehe Foto). Der VDH unterstrich ganz praktisch, dass er es ernst meint. Kommen wir noch zur o.a. Einschränkung: 15 Bulldogs sind ein Anfang aber bei weitem noch nicht genug. Bleibt zu hoffen, dass sich mehr Züchter dem VDH anschließen. Aus Sicht des Wohls dieser Hunderasse spricht alles dafür. Und noch eine zweite Einschränkung: Bleibt zu hoffen, dass von Seiten des VDHs das Thema HD nicht schematisch angewandt, vielmehr auf die konkreten Verhältnisse beim Bulldog eingegangen wird.

(von Christoph Jung)


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